Radfahren fördert die Gesundheit und hilft beim abnehmen

Gesund durch Radfahren

Wer regelmäßig mit dem Fahrrad fährt, tut seiner Gesundheit damit einen großen Gefallen: Die Pumpfunktion des Herzens wird gestärkt, viele Muskeln sowie die Lunge werden gekräftigt, Fettpolster werden abgebaut, der Stoffwechsel wird gesteigert und die Psyche freut sich über gute Laune. Das ist das Geheimnis regelmäßig ausgeübter Ausdauersportarten, insbesondere aber eines des Radfahrens, denn in keiner anderen Sportart kann man mobile Fortbewegung so mühelos in den Alltag integrieren. Einfach das Auto oder die Bahn stehen lassen und das Fahrrad nehmen. Das spart automatisch eine Menge Nerven, Geld und vor allem Zeit, denn der Gang ins Fitnessstudio hat sich abends nach der Arbeit dann für die Meisten erledigt. Psychologisch fahren Sie Ihre Strecke ganz mit eigener Antriebskraft – das ist für viele Menschen ein tief befriedigendes Gefühl. Viel befriedigender als z.B. mit einem repräsentativen Kfz!

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Ich nehme bewusst regelmäßig das Fahrrad für längere Strecken über 20 Kilometer, obwohl ich ein Auto, ein Motorrad und einen Roller besitze, denn damit tue ich Gutes für meine Gesundheit, ohne überhaupt darüber nachdenken zu müssen. Dass Radfahren der Gesundheit wirklich unglaublich förderlich ist, steht schon seit Jahren in vielen Apothekenheftchen.

Aber was steckt wirklich dahinter? Nimmt man beim Radfahren ab – verbrennt man leicht viele Kalorien? Als routinierter Radfahrer habe ich hier versucht, die wichtigsten Aspekte des regelmäßigen Radfahrens, des Kalorienverbrauchs, des gezielten Gewichtsverlusts usw. im Alltag leicht verständlich zu analysieren.

 

Radfahren und Kalorien

Kalorienverbrauch beim Radfahren

Verlorene Kalorien nach dem Radfahren nicht gleich wieder drauf packen….

Wer sein Rad gemütlich mit 15 km/h bewegt, verbraucht in einer Stunde ungefähr 400 Kcal (Kilokalorien). Isst man danach knapp eine dreiviertel Tafel Schokolade (also 80 Gr. – eine ganze Tafel hat ca. 100 Gr. mit 580 Kcal), so hat man oder Frau die Kalorien sofort wieder drauf. Das Gleiche passiert auch bei dem Konsum von rund 800 ml Bier – also zwei Gläsern à 0,4l. Die Milchmädchenrechnung wäre jetzt nach der Radtour und dem Schokoladenverzehr oder Biergenuss zu sagen, es sei nichts gewonnen – oder besser gesagt keine Kalorien verloren. Denn das stimmt nicht, da der Grundumsatz ansteigt, wenn man regelmäßig das Fahrrad benutzt. Der Körper verbraucht mit einem größeren Muskelanteil Tag und Nacht automatisch mehr Kalorien – auch beim Nichtstun!

Dieses Phänomen verstärkt sich noch dadurch, dass man durch regelmäßiges Radfahren zu immer höheren Leistungen fähig ist und noch mehr Muskeln aufbaut, die noch viel mehr „24h-Grundumsatz“ erzeugen und noch mehr Kalorien verbrauchen. Wir reden hier bei gemächlichen 15 km/h vielleicht noch nicht über „richtiges Radsport-Training“. Aber es entsteht auch bei gemütlicher Fahrt langfristig ein Trainingseffekt, allein indem der Grundumsatz des Körpers steigt. Und es gibt noch einen weiteren positiven Effekt: Nach dem Radeln fühlt man sich besser, ist mit sich selbst zufriedener, und Mittag- oder Abendessen schmecken nach einer Radtour einfach sehr viel besser. Fernab einer Brigitte-Diät spricht man üblicherweise von „gesteigerter Lebensqualität“, die sich natürlich schon automatisch positiv auf die Gesundheit auswirkt. Der Happiness-Faktor allein ist nicht zu unterschätzen.

 

Kalorienverbrauch beim Radfahren gegenüber anderen Sportarten pro Stunde

Kalorienverbrauch beim Radfahren gegenüber anderen Ausdauer-Sportarten

Radfahren ist gegenüber anderen Sportarten beim Kalorienverbrauch sehr effizient. Die Werte wurden durch www.fitrechner.de ermittelt und variieren pro Person

 

Beim Kalorienverbrauch ist Radfahren aber nicht gleich Radfahren

Wer ohne große Kondition einfach mit dem regelmäßigen Fahrradfahren beginnt, wird seine ersten Radtouren wahrscheinlich mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 17 km/h absolvieren und verbraucht dabei vielleicht 440 Kcal pro Stunde. Wer das ein Jahr durchhält, landet durch das permanente Training dann bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 25 km/h und verbraucht dabei schon rund 730 Kcal. Dieser Wert ist nach meiner Erfahrung optimal, um Fett zu verbrennen und Spaß zu haben ohne sich zu quälen. Der Kalorienverbrauch liegt bei diesem Pensum schon auf dem Level von ambitionierten Joggern oder Schwimmern. Alle drei Ausdauersportarten im Wechsel zusammen sind der Fatburner schlechthin und nennen sich – professionell betrieben – dann plötzlich „Triathlon“. Ohne Flachs: Wer neben dem Radfahren noch Schwimmen oder Laufen geht, verstärkt die Trainingseffekte durch Ausgleichssport erfahrungsgemäß gegenseitig.

Kauft man sich ein schnelles Cyclocross-Rad, Fitnessbike oder Rennrad, fährt man automatisch durch Ehrgeiz „und weil das Rad so schön leicht läuft“ noch schneller und verbrät bei 27 km/h satte 900 Kcal pro Stunde. Ab dieser Geschwindigkeit werden Deutschlands Radwege gefühlt gern zur Paris-Dakar. Elektroräder lässt man auf gerader Strecke dann durch reine Pedalkraft hinter sich. Leistungssportler fahren auf der Straße aber noch viel schneller.

Mein täglicher Grundumsatz beträgt ca. 1755 Kcal. Bei einer typischen Fahrrad-Hausrunde von ca. 42 km verbrauche ich in 100 Minuten auf meinen Cyclocross mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 24-26 km/h knapp 1000 kcal. Macht man das dreimal pro Woche, kommen in der Saison pro Monat plötzlich 480 km Fahrradkilometer oder 12.000 verbrauchte Kcal zusammen. Die fehlenden Kalorien könnte ich mir z.B. in Form von jeweils

  • ungesunden 45 Hefeweizen à 0,5l pro Monat wieder zuführen,
  • oder ebenfalls leberschädigen 90 Glas 0,2l Weißwein,
  • oder in Form von 3 Kilogramm Schokoküssen,
  • oder durch den Verzehr von 2 kg Erdnüssen,
  • oder mit unglaublichen 20 kg Äpfeln  – ohne ein Gramm zuzunehmen.

Das ist nur ein Rechenexempel: Bis auf die Äpfel empfehle ich das aus gesundheitlichen Gründen ausdrücklich niemandem! Und selbst bei den Äpfeln würde mein Zahnarzt mit mir schimpfen (Kiloweise Fruchtzucker und Säure). Trotzdem würde ich dabei auf Dauer sogar trotzdem abnehmen, weil mein Grundumsatz durch das Training mittelfristig steigt. Welche Lebensmittel wieviele Kalorien enthalten, findet man z.B. unter www.bmi-rechner.net. 500 schnelle Kilometer auf dem Fahrrad pro Monat sind aus meiner Erfahrung aber schon eine echte Ansage an das wöchentliche Trainingspensum. Abzüglich Urlaub, schlechtem Wetter, Krankheit usw. ist das erfahrungsgemäß nur in den Sommermonaten mit viel Disziplin durchzuhalten. Dabei wird man über die Monate immer schneller bzw. längere Radtouren werden immer leichter. Problematisch sind trotz gutem Willen die Wintermonate auf dem Fahrrad. Es ist kalt, nass, glatt und dunkel. 500 km pro Monat sind im Dezember, Januar und Februar draußen kaum zu schaffen, wenn kein Inhouse-Fahrrad-Training wie z.B. Spinning oder ein Heimtrainer zur Verfügung steht.

 

Abnehmen mit dem Fahrrad

Abnehmen durch Radfahren

Wer regelmäßig radelt, verwandelt sein Körperfett in Muskeln

Finden Sie Gefallen am regelmäßigen Radfahren, dann können Sie ganz einfach selbst in ein leichtes Fahrrad-Training einsteigen, um z.B. Ihr Gewicht zu reduzieren. In diesem Fall gehen wir mal davon aus, dass Sie als 70-Kilo-Mensch ein Kilogramm pures Körperfett durch regelmäßiges Radfahren verlieren möchten. Ein Kilogramm Körperfett hat 8.000 Kcal. Wenn Sie nun durch moderates Rad-Training mit ungefähr 20 km/h radeln, dann brauchen Sie bei einer täglichen Trainingseinheit von zwei Stunden ungefähr 14 Tage, bis Sie ein Kilo Körperfett verbraucht haben. Pro Monat lassen sich so also zwei Kilogramm reduzieren. Dabei bringen Sie übrigens „nur“ knapp 80 Watt Leistung auf die Pedale, weitere 230 Watt werden für den Grundumsatz benötigt. (Berechnungsquelle: „Fahrradphysik und Biomechanik“ von M. Gressmann, Seite 232).

 

Das Abnehmen mit dem Fahrrad funktioniert auch, wenn man die Kalorien wieder zu sich nimmt

Ein Glas Wein nach dem Radsport-Training ist weiterhin erlaubt

Die gezielte Gewichtsreduktion durch Radfahren bei übergewichtigen Menschen ist oftmals noch leichter zu erreichen, als in diesem Beispiel dargestellt. Bei einem trainierten 70 kg Fahrer dauert es länger 1 kg abzunehmen, als bei Menschen mit Übergewicht, die ja noch permanent Ihre überflüssigen Pfunde mitradeln lassen müssen. Das geht in der Relation hohes Gewicht + geringe Muskelmasse natürlich schwerer und verbraucht zunächst viel mehr Energie als bei leichten, durchtrainierten Sportlern. Das Meiste davon wird als Wärmeenergie sprichwörtlich verheizt.

Bei dieser Art von Radsport-Training steigt der Grundumsatz natürlich nachhaltig viel stärker an, als im ersten Beispiel. In der Praxis werden Sie also spätestens nach den zwei Monaten Fettverbrennung und Muskelaufbau durchs Radfahren vom gestiegenen Grundumsatz profitieren. Selbst, wenn Sie dann nicht mehr soviel Gewicht verlieren, wandelt Ihr Körper Fett in Muskelmasse um. Muskeln sind allerdings schwerer als Fett und Wasser. Das ist der Grund dafür, dass sich viele beim Abnehmen auf dem Fahrrad oder bei anderen Ausdauersportarten von der reinen Gewichtsangabe der Waage regelrecht betrügen lassen. Sie bemerken Ihre echten Erfolge spätestens am gestiegenen Appetit in Zusammenhang mit höherer Fitness. Achtung Falle, den Appetit müssen Sie mit ballaststoffreicher Ernährung möglichst zügeln. Um Hungerattacken während des Trainings erfolgreich abzuwehren,  greifen erfahrene Radfahrer z.B. gern zu Bananen als direkt wirkenden Energieschub. Ein typischer Fehler vieler Hobbyradler ist der hemmungslose Genuss von „Radler“ (Bier mit Limonade). Hier lauern viele Kalorien. Ein gutes elektrolytisches Getränk ist z.B. Mineralwasser ohne Kohlensäure mit einem winzigen Schuss Apfelsaft oder einem Spritzer Apfelessig. Der Essig beugt Muskelkrämpfen (Wadenkrämpfe nach längeren Radtouren) vor und ersetzt die Einnahme von Magnesium-Präparaten.

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Ob Sie mit dem Rad nun abnehmen oder möglichst viele Kalorien verbrauchen wollen, einen wichtigen Punkt gilt es beim Radeln zu beachten: Sie dürfen das Fahrrad möglichst nicht einfach rollen lassen ohne zu treten, denn dann steht Ihr Körper-Motor still. Sie müssen also permanent treten, wenn auch mit wenig Kraft im kleinen Gang. Dabei ist eine höhere Trittfrequenz dem langsameren Treten mit viel Kraft unbedingt vorzuziehen, da ein kräftiger Tritt z.B. auf die Kniegelenke geht. Ihre Muskeln werden bei zu hoher Beanspruchung schmerzen – also lieber schneller Treten, dafür aber mit weniger Kraft und ohne Tritt-Pausen.

 

Kann man nicht einfach weniger Essen, statt auf dem Fahrrad abzunehmen?

Abnehmen mit dem FahrradWenn Sie einfach weniger essen, holt sich Ihr Körper das erwünschte Kilogramm weniger leider nicht nur aus dem Körperfett, sondern senkt die Temperatur (man friert dann schneller) und baut unter anderem Muskelmasse ab. Das ist für ein weiteres Abnehmen höchst unerwünscht, weil sich der Grundumsatz dadurch ebenfalls verringert. Ohne körperliches Training wie z.B. mit dem Fahrrad geht es also nicht.

Um abzunehmen – also um Körperfett abzubauen soll man möglichst über einen längeren Zeitraum regelmäßig, aber moderat trainieren. Ist das Training zu anstrengend, werden statt Fett Kohlehydrate abgebaut. Der Fettabbau findet bei leichten bis moderaten Anstrengungen statt und setzt leider erst nach frühestens 20 Minuten ein. Optimal zum Abnehmen mit dem Fahrrad sind deshalb längere Trainingseinheiten über 60 Minuten, die nicht so anstrengend sind. Nach einer Stunde läuft die Energiezufuhr fast ausschließlich über die Fettverbrennung. Deshalb ist das Rad zum Kalorien verpulvern und zum dauerhaften Abnehmen eines der einfachsten Mittel: Die sonst zeitraubenden Trainingseinheiten zum Abnehmen werden mit dem Fahhrad einfach fest in den Alltag (z.B. als Radtour zum Arbeitsplatz) mit einbaut. Nur wenige Sport-Anfänger und „Abnehm-Willige“ können sich verständlicherweise vorstellen, länger als eine Stunde zu Joggen oder zu Schwimmen. Mit dem Fahrrad sind Touren, die länger als eine Stunde dauern viel realistischer. Genau das ist der Trick für ein erfolgreiches Abnehmen!

 

Regelmäßiges Radfahren bringt auch untrainierten Menschen viele gesundheitliche Vorteile

Radfahren bringt Vorteile für die Gesundheit
Radfahren ist gerade für nicht so gut trainierte oder übergewichtige Menschen ideal, um abzunehmen und Topfit zu werden. Es schont vor allem die Gelenke, die z.B. beim Joggen sehr stark beansprucht werden. Laufen ist aus sportergonomischer Sicht deshalb erheblich anspruchsvoller als Radfahren, weil der Körper sich mit jedem Schritt selbst tragen muss – beim Radfahren übernimmt das der Sattel und der Lenker. Dadurch trainiert man übrigens auch die Arme (wer schon mal mit einem Rennrad gefahren ist, weiß genau wovon ich spreche). Viele Laufanfänger geben das regelmäßige Training zudem oft wieder auf, weil sie nach kurzer Strecke schon völlig aus der Puste sind, das wild schlagende Herz bis in den hochroten Kopf spüren, und ihnen der Schweiß in die Augen läuft.

Das soll besonders Gesund sein? Das ist doch reine Quälerei…

All diese typischen Anfangsschwierigkeiten beim Ausdauersport können mit dem Fahrrad durch eine gezielte Dosierung vermieden werden. Das Rad trägt von Anfang an den (schweren) Körper, bis er leichter oder muskulöser wird. Wer beim Radfahren an seine Konditionsgrenze kommt, kann mit dem festen Treten aufhören und strampelt einfach langsamer oder im kleineren Gang seinem Ziel entgegen. Am nächsten Tag hat man dann einen leichten Muskelkater, aber es tun einem gegenüber dem Laufen nicht gleich alle Gelenke weh. Wichtig ist jetzt, das Training nach einem Tag Pause auch wirklich fortzuführen… und das geht nur, wenn eben nicht alles schmerzt.

Was hier nicht verschwiegen werden soll: Schmerzen beim Radfahren entstehen auch, nämlich dann, wenn die Fahrradergonomie nicht zum Radfahrer passt. Bei der optimalen Einstellung zwischen Sattel, Pedalen und Lenker geht es wirklich oft um Millimeter! Lassen Sie sich von einem Fachmann beraten und fahren Sie unbedingt unterschiedliche Fahrräder zur Probe. Optimieren Sie unbedingt die Einstellungen an Ihrem Rad bevor Sie losfahren. Bestellen Sie am Anfang kein ungetestestes Rad aus dem Internet, nur weil es günstiger ist. Zu große oder zu kleine Fahrräder passen auch nach aufwendigen Umbauten niemals richtig, sie wirken sich auf Dauer eher ungesund aus. Vor allen Dingen Anfängern oder Wiedereinsteigern macht das Radeln nur mit einem genau passenden Drahtesel auch richtig Spaß. Ein neues, exakt passendes Rad ist oft schon an sich eine super Motivation regelmäßig damit zu fahren. Das sollte Ihnen Ihre Gesundheit beim Radfahren einfach wert sein.

 

Körpergewicht, Fahrrad-Gewicht und Optimierung des Gesamtgewichts beim Radfahren

Beim Fahrradgewicht zählt jedes Gramm

Zwei Fahrradreifen eines Cyclocross-Velos wiegen trotz Stollenprofil nur 650 Gr.

Wer mit dem Abnehmen durch Sport beginnt, schwitzt fast immer

Flüssigkeits- und Gewichtsverlust durch Radfahren

Ein Fahrrad unter 12 kg mit Beleuchtung gilt für mich persönlich noch als sportlich ambitioniert und reicht auch für ein ernsthafteres Training aus. Zum Vergleich: Günstige Rennräder ab 900,- EUR wiegen ca. 8-10 kg. Damit kann man schon sehr schnell fahren und regelmäßig trainieren. Im Zweifel nimmt man beim Kauf immer das leichtere Fahrrad.

Es ist ein großer Fehler zu denken, dass das Fahrradgewicht und  die Aerodynamik bei eigenem Übergewicht kaum eine Rolle spielt. Denn im Gegensatz zum eigenen Körpergewicht handelt es sich ja sich um fast ungefederte Massen mit hohen Radkreiselkräften, welche die eigene Kondition sehr stark beeinflussen können. Nicht unbedingt auf gerader Strecke bei Windstille, aber spätestens am Berg, oder bei Gegenwind. Ein schweres Hollandrad mit hohem Lenkerkorb (ca. 16-18 kg) wird bei starkem Gegenwind schnell zum Alptraum, egal wie schwer der Radler selbst ist. Wer sich pannensichere Reifen montiert, bezahlt dies durch ein höheres Gewicht von 150-400 Gramm mehr pro Reifen. Was sich in der Theorie nach nicht viel anhört macht sich in der Realität durch einen erheblich gestiegenen Kraftaufwand beim Fahren bemerkbar. Zu der beliebtesten Fahrrad-Tuningmaßnahme gehört daher die Montage leichter Hochdruck-Pneus. Der Unterschied ist schon beim Anfahren spürbar, die exponential steigenden Radkreiselkräfte legen beim Geschwindigkeits- und Richtungswechsel jedes Gramm physikalisch auf die Goldwaage. Packt man seinen Kram in einen Rucksack, wird die Zuladung durch den aktiven Radfahrer und die Zugriemen zwar gefedert und gedämpft, dafür wird der Rücken des Radfahrers aber auch schnell Schweißnass, da ein Rucksack am Rücken anliegt. Besorgt man sich Packtaschen oder einen Korb für den Gepäckträger, knallt die Ladung bei jedem kleinen Bordstein samt Fahrrad ungefedert über den harten Asphalt, ohne dass man das irgendwie aktiv verhindern könnte.

Das Gewicht ist nur ein Aspekt von vielen: Auf kreuzotter.de von Walter/Andreas Zorn können Sie genau berechnen, mit welchen Widerständen Sie beim Radfahren zu rechnen haben, wie Ihr Rad übersetzt sein sollte, was eine kluge Reifenauswahl bewirkt, welche Trittfrequenz für Sie optimal ist. Ein Besuch der Site lohnt sich.

Ein weiterer Aspekt beim Radfahren ist der flüchtige Wasserhaushalt: Gerade beim Radfahren verdunstet unbemerkt sehr viel Wasser. Die kühlende Luft fließt in Form von Fahrtwind permanent am Radler vorbei und zieht dadurch eine Menge Wasserdampf des Körpers mit. Dadurch wird eine sehr effiziente Kühlung erreicht, die den Körper aber eben auch sehr viel Flüssigkeit kostet. Deshalb wird Radsportlern empfohlen, alle 30 Minuten ca. 0,5 Liter Wasser zu trinken. Fährt man anderthalb Stunden, braucht man also mindestens ein Liter Flüssigkeit – den letzten halben Liter trinkt man als Defizit sofort zuhause nach der Tour. In den Sommermonaten ist das meiner Erfahrung nach aber zuwenig, insbesondere wenn eine Radtour über ein paar Stunden geht. Dann wird zu wenig Wasser auf dem Rad tendenziell zum Dauer-Problem, weil es als Gepäck einfach zu schwer ist. Die Tankstelle kann hier aushelfen.

Die meisten Radfahrer-Innen empfinden jedes Kilo Fahrradgewicht unter nicht ganz optimalen Bedingungen als doppelt so schwer. Viele vergessen auch gerne das nötige Radfahr-Zubehör, was ebenfalls ordentlich wiegt: Wenn Sie das Rad als Berufspendler nehmen, brauchen Sie z.B. noch ein gutes Schloss, Zusatz-Beleuchtung, eine Trinkflasche im Sommer, Regenschutz und sicherlich Wechselkleidung. So kommen ganz schnell nochmal 4-5 kg zusammen, die Sie schon an der ersten, kleinen Steigung spüren werden. Bei kleinen Einkäufen wird es noch viel mehr, das Fahrradgewicht steigt dann beladen schnell auf weit über 25 kg wie beim Elektrorad an.

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Aber gerade das Radfahren unter diesen wortwörtlich schweren Konditionen ist als Trainingseffekt super für die Gesundheit. Sie selbst verlieren durch ein schwerer beladenes Rad mittelfristig ebenfalls an Körpergewicht, weil es mit mehr Kraft bewegt werden muss. Für fast alle professionellen Radsportler gibt es daher nur genau ein Ziel: Möglichst wenig Masse bewegen zu müssen, damit sie leichter über den nächsten Berg kommen. Die Wettkampfstrategie beim Rennradsport über hunderte von Kilometern ist deshalb ganz einfach: Nur mit der aller-allernötigsten Masse ins Ziel zu kommen! Das Gegenteil vom SUV. Neben teuren Rennrädern, die deutlich unter 7 kg wiegen, arbeiten Radprofis vor allem an einer ständigen Gewichtsreduktion Ihrer Körpermasse bei gleichzeitigem Muskelaufbau. Die Fahrrad-Cracks sind deshalb oft klein, drahtig, schmal und leicht. Sie selbst können das in Ihrem eigenen Rahmen auch durchziehen: Fangen Sie einfach mit regelmäßigem Radfahren an, Sie werden abnehmen, eine gute Kondition bekommen und tun ohne komplizierten Fitnessplan & Personal Trainer viel Gutes für Ihre Gesundheit!

 

Tipps für ein gesundes Radfahr-Training


  • Regelmäßiges Radfahren stärkt den Körper, den Kreislauf und macht glücklich
  • Schokolade, Bier, Erdnüsse usw. sind hochenergetische Kalorienbomben, die in der Regel überproportional hart abtrainiert werden müssen
  • Abnehmen durch Kalorien-Verzicht allein funktioniert nicht gut, da dadurch Muskeln abgebaut werden. Besser ist es, etwas weniger / bewusst zu essen und gleichzeitig zu trainieren
  • Radfahren ist der optimale Einstig in weitere Ausdauersportarten vor allem für untrainierte Menschen, weil das Rad den Körper trägt und die Gelenke schont
  • Die effizienteste Fettverbrennung findet bei mittlerer Belastung statt und setzt erst nach einer halben Stunde moderaten Trainings ein
  • Erst nach einer Stunde Training läuft die Fettverbrennung effizient auf Hochtouren
  • Längere Radtouren bei moderater Anstrengung sind deshalb für Abnehmwillige effizienter, als kurze Trainingsetappen unter hoher Belastung
  • Wer zu hart trainiert, verbrennt „nur“ Kohlehydrate statt Körperfett
  • Neben dem reinen Kalorienverbrauch erhöht sich beim Radfahren der Grundumsatz durch Muskelaufbau – der Kalorienverbrauch des Körpers steigt dadurch auch in Passivzeiten an
  • Das Trinken wird auf dem Fahrrad schnell vergessen. Ein Esslöffel Apfelessig im Wasser beugt Krämpfen als Elektrolyt vor und ersetzt Magnesiumtabletten
  • Ein leichtes Fahrrad mit Leichtlauf-Reifen ist in der Regel jeden Cent wert. Es motiviert dazu weitere Touren zu fahren, weil es fast wie von selbst läuft und viel mehr Spaß macht
  • Körpergewicht und Fahrradgewicht können nicht einfach addiert werden: Jedes zusätzliche Kilo am Rad wirkt sich während der Fahrt doppelt so schwer auf die gefühlte Gesamtmasse aus