Shimano Naben Vergleichstest

Das Foto zeigt die Shimano 8-Gang Nabenschaltung Nexus Premium. Es gibt noch die Nexus Standardvariante ohne den ehemals rotem Streifen, Alfine 8-Gang, Alfine 11 Gang, Nexus mit Rücktritt oder für Roller- oder V-Brakes und eine diffuse Serienstreuung mit verschiedensten Qualitätsaussagen im Netz. Bringen wir mal Licht in den Dschungel der Shimano Nabenschaltungen, die sich schon spürbar voneinander unterscheiden, vor allem in der Qualität für Viel- und Schnellfahrer-Innen. Offen dokumentiert wurden die Unterschiede der Shimano Naben leider so gut wie nie. Es gibt Explosionszeichnungen bei Paul Lange (dem deutschen Importeur), aber wer steigt da schon durch? Mein Anlass für diesen Artikel.

Aktueller Stand 03/2020

   

Shimano Nabenschaltungen – Wissenswertes vor dem Kauf

Egal welche an Shimano Nabenschaltung eingebaut ist, der Radhändler wird sie Ihnen als problemlos, pflegeleicht und völlig komfortabel unterjubeln. Millionenfach verkauft, Sie können eigentlich damit gar keinen keinen Fehler machen. Das wird er oder sie sagen. Sie wollen einen Rücktritt wie 1980? Mit der Shimano Nexus kein Problem, das Modell gibt es sogar mit Rücktritt. Leider ist genau diese Version recht anfällig, man hört oft Klagen in den Fahrradforen: “Die Nabe mit Rücktritt hielt keine 500 Kilometer”,  “China-Schrott durch billige Produktion”, usw. … glaube ich persönlich alles. Die Qualität der Naben hat in den letzten Jahren deutlich abgenommen. Viele ehrliche Radhändler bestätigen, dass die Naben ganz unterschiedlich leicht laufen und bestreiten nicht, dass es bei Shimano zeitweise “Problemnaben” gab bzw. immer noch gibt. Das Ganze ist für Omas Stadtrad auch gar nicht so relevant, denn die 8-Gang Nexus wird bei der typischen Zielgruppe “Anspruchslos 50+” über 200 km im Jahr sehr wahrscheinlich halten. Probleme gibt es vor allem, wenn ein Rad wirklich sportlich gefahren wird. Ich möchte zur Shimano Nexus 8-Gang Schaltung zwei Geschichten erzählen, die ich in den letzten 15 Jahren erlebt habe:

 

Shimano Nexus 8-Gang Premium SG-8R25 mit rotem Streifen

Nexus Premium Naben Test2005 kaufte ich ein Stevens City-Flyer mit einer Shimano Nexus 8-Gang Premium Nabenschaltung und bin bis heute begeistert. Die Nabe hat bei mir ca. 18.000 km gehalten, danach habe ich das innere Getriebe einfach komplett ausgetauscht, weil es teigiger wurde. Der 4. Gang ging immer etwas schwerer als alle anderen und knackt häufig, aber ansonsten eine sehr zuverlässige und unkomplizierte Schaltung, mit der ich jetzt noch gerne fahre. Das ist die Shimano Nexus Premium-Freilauf-Version ohne Rücktritt, äußerlich erkennbar am roten Streifen. Vor 15 Jahren sehr gut. Heute immer noch gut und selbst gebraucht noch ein gesuchtes Ersatzteil.

 

 

Shimano Nexus 8-Gang-Standard SG-8R31

Shimano Nabenschaltungen Vergleichstest2011 kaufte ich ein Dahon Bullhead Faltrad (zum ersten und letzten Mal ein Rad aus dem Internet) mit einer Shimano Nexus 8-Gang Standard Nabenschaltung und war von der Schaltung enttäuscht. Im Gegensatz zur Premium-Version fehlen der optisch identischen Nabe (äußerlich ohne roten Streifen) die leichtgängigen Nadellager. Diese wurden durch billige Gleitlager ersetzt und erzeugen ca. 2-3% mehr innere Reibung. Dies ist z.B. spürbar an den Pedalen, die sich im Freilauf beim Rollen ständig mitdrehen wollen. Mehr noch, mein vierter Gang machte Geräusche und rubbelte spürbar. Ich schickte das Hinterrad ein, es wurde auf Kulanz repariert. Zurück kam ein neu abgeschmiertes Hinterrad, dass vor allem bei Kälte durch eine Fettfüllung noch schwerer rollte als vorher. Das bemerkte ich aber zu spät, denn die Geräusche waren erstmal weg. Im Frühjahr 2014 brachte ich das Rad dann zu einem Fahrradhändler mit der Bitte, alles Fett zu entfernen, nachzusehen und die Nabe zu ölen. Das Ergebnis war so lala… zwar besser als vorher, aber dafür waren die Geräusche im vierten Gang wieder da. Das ganze Roll- und Freilaufgefühl war ganz weit entfernt, von der Qualität der Premium-Nabe aus meinem Stevens Cityflyer. Schade, denn das Dahon Bullhead ist wirklich kein schlechtes Rad.

Eine weitere Anfrage 2015, was ein ganz neues 20″ Hinterrad mit einer neuen Shimano Nexus Premium Nabe kosten würde: Unglaubliche 380-420,- EUR! Mehr als die Hälfte des ganzen Faltrads. Ich fragte deshalb danach, weil die 28-Loch Shimano Nabe meines Dahon Fahrrads mittlerweile nicht mehr lieferbar ist und ich im Internet keine passende Nexus-Nabe mit 28 Löchern mehr finde. Auch nicht, wenn ich das Hinterrad selbst neu einspeiche. So muss ich mir wohl oder übel eine neue 36-Loch-Felge und neue Speichen kaufen, um mir selbst ein 20″ Nexus- Premium 8-Gang Hinterrad einzuspeichen. Man kann es leider nirgends günstig kaufen.

Nachtrag: Ein problemloser Umbau von Nexus Standard Schaltung auf die Premium-Nabe ist doch möglich ohne das Hinterrad auszuspeichen.

 

   

Liste der Shimano Nexus- und Nexus-Premium Naben

Laut wikipedalia.com haben diese Nexus-Naben einfache Gleitlager:


  • Shimano SG-8R20, SG-8R22, SG-8R31, SG-8R30, SG-8R31, SG-8R35, SG-C6000 (Standard)

 

Die besseren Nexus-Premium-Ausführungen mit hochwertigen Nadellagern:


  • Shimano SG-8R25, SG-8R27, SG-8R45, SG-8R36, SG-8R55, SG-8R56, SG-C6010, SG-C6060 (Premium)

 

Shimano Alfine

Shimano SG-C6010-8R

Nexus SG-C6010-8R in Schwarz, seit 2014 ohne roten “Premium Streifen”

Sehen wir uns neben der Shimano Nexus die Alfine-Nabe näher an. Sie sieht hochwertiger aus, ist aber gegenüber der Nexus vielleicht nur einfach schwarz lackiert. Hier gibt es keine Premiumversion mehr, dafür aber eine 11-Gang Alfine Nabe, die sehr viel teurer als die 8-Gang Alfine ist. Laut Fachhändler sollen beide Alfine-Versionen besser laufen, als die günstigeren Nexus-Varianten, die Shimano mittlerweile ebenfalls auf Wunsch in Schwarz (-matt) lackiert. Den roten Streifen der älteren Nexus-Premiumversion gibt es seit 2014 nicht mehr. Die Shimano Naben können jetzt nur noch über die aufgedruckte Serien-Nr. erkannt werden. Es ist von Shimano nie genau gesagt worden, wie sich die Alfine- und Nexus Premium- Nabe voneinander unterscheiden. Zwei klare Unterschiede werden gern unter den Tisch gekehrt: Die Alfinenabe kann mit einer Scheibenbremse geliefert werden, das gibt es bei der Nexus nicht. Um die höheren Kräfte einer Scheibenbremse an der Nabe aufnehmen zu können, ist die Alfine-Achse etwas stabiler konstruiert worden. Außerdem der “schicke Rapid-Fire-Hebel” besteht bei der Alfine aus einem Daumenschalter, mit dem man pro Hub immer nur 2 Gänge herauf- oder herab schalten kann. Was sich nach einem kleinen Detail anhört, ist bei der günstigeren Nexus besser gelöst: Man bremst an einer roten Ampel aus hoher Geschwindigkeit ab und kann mit einem Drehschalter mit einer mühelosen Bewegung vom 8. in den 1. Gang schalten. Das ist ein echter Vorteil. Soweit mir bekannt, ist der Drehgriff auch mit der Alfine kompatibel und kann für relativ kleines Geld nachgerüstet werden.

 

Unterschiede von Alfine 11-Gang und Alfine 8-Gang

3 Gänge mehr spreizen den Wirkungsgrad einer Nabe natürlich immens, aber es gibt leider eine kleine Tücke: Die 3 Gänge liegen alle über dem 5. Gang. Der fünfte Gang ist aber bei Shimano der Beste, weil er als einziger ohne Getriebe-Übersetzung auskommt und die Kraft vom Kettenblatt fast 1:1 auf das Hinterrad überträgt. Im Normalfall sind Nabenschaltungen also so konstruiert, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit möglichst in einem 1:1 Gang ohne Getriebe gefahren werden kann. Denn hier geht es dann leicht ähnlich einer Kettenschaltung, fast ohne Reibungsverluste – bis auf die Reibung der Kettenglieder selbst.

Die 11-Gang Alfine-Version verschenkt dadurch meiner Ansicht nach ihr eigentliches Potenzial, denn Ihre zusätzlichen 3 Gänge liegen alle über dem reibungsarmen 5. Gang. Schade, denn die Gesamtübersetzung wird bei 11-Gang-Alfine-Naben natürlich insgesamt runtergestuft. Heißt auf Deutsch: Der ehemals leichte, fünfte Gang liegt weit unterhalb der Durchschnittsgeschwindigkeit, weil trainierte Radler bei einer 11-Gang-Schaltung eher im 6. oder 7. Gang fahren. Die Gesamtabstufung der Alfine-11-Gang-Nabe darf also in Frage gestellt werden, weil der ehemals leichte, 1:1 übersetzte, fünfte Gang nicht mehr im Bereich der Durchschnittsgeschwindigkeit liegt, sondern eben deutlich darunter. Ich fahre mit der 11-Gang-Alfine also im 6. oder 7. Gang von 11 Gängen und muss ständig das Planetengetriebe mit all den Reibungsverlusten bewegen. Die alte Nexus im 5. Gang (also 1:1 ohne Zahnrädchen übersetzt) läuft da sicherlich einen Tick leichter. Das wäre aber gegenüber der 11-Gang-Alfine ein übereiltes Urteil, denn diese läuft zusätzlich in einem permanenten Ölbad.

 

Shimano Alfine 11 Gang läuft permanent im Ölbad

Der große Vorteil der Alfine 11-Gang-Nabe, liegt für mich nicht in den 3 Gängen mehr, sondern in ihrer leichtgängigen Perma-Ölfüllung, die dadurch ein leichteres Treten ermöglicht, als alle Nexus-Versionen samt der Alfine 8. Es gibt genau aus diesem Grund sogar Fahrrad-Freaks, die eine Shimano 8-Gang-Nexus-Schaltung auf Ölfüllung umgebaut haben: Nabe auseinander nehmen, Loch in die Trommel bohren, Ölnippel reindrehen, alles peinlich säubern, wieder zusammenbauen und eine leichtgängige Öl-Füllung á la Rohloff genießen. Ganz so einfach ist das aber nicht, ohne Shimano-Spezial-Werkzeug, Übung und Know-how die Nexus öldicht zu bekommen. Ein Ölwechsel bringt es übrigens an den Tag: Alle Getriebnaben erzeugen kleine Metallsplitter, die als Öl-Metallsumpf nicht heraus können, sondern die Mechanik verschleißen lassen.

Shimano Nexus Wartung und Schmierung

Shimano Nexus 8 Innenansicht vor der Wartung

Deshalb empfiehlt Shimano regelmäßig einen Ölwechsel bzw. bei den geschlossenen Naben-Versionen ein regelmäßiges Tauchen der Innereien in einem Ölbad. Details zur Wartung der Shimano Nexus gibt es hier. Die Ölfüllung der Alfine 11-Gang ist theoretisch sehr reizvoll. Praktisch (er)fuhr ich bei einer Probefahrt auf einem teurem Cannondale BadBoy mit Shimano 11-Gang Alfine allerdings, dass sich auch hier die Pedalen im Freilauf gerne mitdrehen wollen, weil die innere Reibung der Nabe wohl doch relativ hoch ist. Bei einer Kettenschaltung passiert das jedenfalls nicht. Auch nicht bei einer billigen.

   

 

Wieviel Kraft mehr kostet eine Nabenschaltung im Vergleich zu einer Kettenschaltung?

Rohloff SpeedhubEin durchschnittlicher Radfahrer erzeugt auf einer Tour ca. 120 – 140 Watt. Eine Getriebenabe verschwendet durch die innere Reibung abhängig vom jeweilig eingelegten Gang zwischen 5 – 9 Watt. Das ist im Gegensatz zu einer Ketttenschaltung schon spürbar (die aber sauber sein muss, sonst hinkt der Vergleich), da die Nabe damit ungefähr so stark bremst wie ein Nabendynamo mit Beleuchtung bei 25 km/h.

Die edle Rohloff Speedhub bremst im Gegensatz zu Nexus, Alfine und Co nur halb so stark. Außerdem hat sie eine Zulassung für Tandems, auch das fehlt den Shimano Naben. Die Rohloff Getriebenaben sind für mich persönlich der beste Kompromiss zwischen Wartungsfreiheit & Leichtläufigkeit an einem schnellen Rad für weite Touren. Weitere technische Details zu teureren Nabenschaltungen findet man übrigens unter fahrradzukunft.de, einer hochinteressanten Fahrradwebsite. Auch die Wikipedia bietet eine interessante Seite über die Geschichte der Nabenschaltungen.

 

Shimano Nexus Inter-5E

Die 2018 vorgestellte Inter 5E-Nabe von Shimano wurde speziell für E-Bikes bzw. Pedelecs entworfen. Da acht oder gar 11 Gänge bei zusätzlicher Motorunterstützung von vielen E-BikerInnen mit etwas Routine gern einfach überschaltet werden (z.B. 1, 3, 5 = 25 km/h), wurde diese Nabe zugunsten einer größeren Haltbarkeit mittels stabilerem Planetengetriebe mit nur fünf statt acht Gängen auf satte 60 Newtonmeter statt auf 50 Nm ausgelegt. Die unteren Gänge wurden reduziert und weisen bei einer Übersetzungsbandbreite von 263% höhere Gangsprünge auf. Zahnräder, Lagerungen und Schaltservoteile sind weniger kleinteilig und konnten naturgemäß stabiler ausgelegt werden. Damit verträgt die Schaltung dauerhaft auch stärkere Motoren wie z.B. den hauseigenen Shimano Steps E6100 Antrieb. Dieser soll besonders gut mit der Inter 5E Nabe harmonieren, da beide Komponenten zusammen mit dem Bordcomputer eine intelligente Einheit bilden, die die Schaltvorgänge bei kräftiger Motorunterstützung aktiv mitgestaltet. Zielgruppe sind interessanterweise City- und Trekkingbikes, also bezahlbare Massenprodukte (Straßenpreis ab ca. 150,- EUR) mit möglichst vielen konfigurierbaren Bremsarten für viele Länder.

Sogar eine elektronische DI2-Version ist erhältlich, die Schaltvorgänge sogar vollautomatisch durchführt. Diese breite Auslegungs-Strategie kann selbstverständlich auch an sportlicheren Rädern sehr gut funktionieren, wie uns die Nexus 8 Premium und Alfine 11 jahrelang bewiesen haben. Wartungsarmut und lange Haltbarkeit lassen den 4-8 Prozent geringeren Wirkungsgrad im Vergleich zur Kettenschaltung gerade bei ambitionierten Pendlern, Commuterbikes und VielfahreInnen mit kräftigen Beinen gut verschmerzen, weil der Antrieb unauffällig jahrelang seinen Dienst tut. Schon allein der altbewährte Revoshifter-Drehgriff ist meiner Meinung nach echter Komfort.

Bei der Shimano Inter 5E (SG-C7000-5V >Shimano-Website) könnte dies nun ebenfalls massentauglich beim E-Bike klappen. Eine Probefahrt habe ich bisher noch nicht machen können. Ich freue mich über Eure  Erfahrungen und will sie hier gern veröffentlichen: Schreiben Sie mir!

 

Wie Defekte und Reparaturen von Shimano Nexus- und Alfine- Schaltungen vermieden werden


  • Eine leichte Geräuschkulisse beim Schalten und beim Treten von Shimano Nexus & Alfine ist normal.
  • Wird die Getriebeeinheit wie von Shimano empfohlen in Öl getaucht, werden die Geräusche meist zurück gehen. Die Nabe schaltet sich danach angeblich wieder leichter und präziser. Siehe sheldonbrown.com/nexus8.shtml
  • Schaltvorgänge sollen ausschließlich ohne viel Kraft beim Treten erfolgen,
  • Ein Anfahren am Berg in hohen Gängen in den Pedalen stehend mit viel Kraft ist unbedingt zu vermeiden, die Mitnehmer / Achsnasen durch das hohe Drehmoment sonst abbrechen können. Siehe Fotos rideyourbike.com/shimanoaxleunit Bei ganz steilen Bergen also lieber absteigen und ein Stück schieben.
  • Die Anzugsdrehmomente der Achmuttern samt der Montage der geriffelten Scheiben im Ausfallende sind zu beachten. Die Achse muss sonst ungewöhnliche Drehmomente aufnehmen, für die Sie nicht konstruiert wurde. Shimano hat versucht, eine möglichst leichte Nabe zu bauen und auf überdimensioniertes Material mit viel Sicherheit zugunsten des Gewichts verzichtet.
  • Die meisten Shimano Naben verschleißen im Alltag immer noch durch eindringende Feuchtigkeit und Schmutz. Falls Wasser eingedrungen ist, rostet die Nabe von innen bis sie schrottreif ist, wenn sie nicht demontiert und getrocknet wird. Siehe Fotos
  • Deshalb benötigt die Nabe regelmäßig ein Öl-Tauchbad: Dabei werden alte Metall-Partikel herausgespült u. alles neu geschmiert.
  • Mehr über Kompatibilität, Demontage, Reparatur und Austausch der Nexus 8

 

   

 

Wasser, Wartungsarmut und hohe Kräfte haben diese Nexus 8 zerstört

Defekte Nexus 8 Nabe mit gebrochenem Lagerkäfig: Diese Nabe ist über 12.000 Kilometer überhaupt nicht gewartet worden. Das Rad wurde oft im Regen geparkt und regelmäßig im Winter gefahren. >Hätten die Nexus-Probleme vermieden können?  Foto: Henrik P.

 

Technische Zusammenfassung

Nexus Standard Inter 8

Planetenräder: Gleitlager

Gewicht: ca. 1,9 – 2,1 kg

Drehgriffschalter

Übersetzungsbereich 307 %

Preis: Ca. 120,- EUR

Nexus Premium Inter 8

Planetenräder: Nadellager

Gewicht: ca. 1,8 kg

Drehgriffschalter

Übersetzungsbereich 307 %

Preis: Ca. 150,- EUR

Alfine 8

Planetenräder: Nadellager

Gewicht: 1,6 kg

Daumenschalter

Übersetzungsbereich 307 %

Preis: Ca. 200,- EUR

Alfine 11

Planetenräder: Nadellager

Gewicht: 1,7 kg, Ölbad

Daumenschalter

Übersetzungsbereich 409 %

Preis: Ca. 370,- EUR

Hinweis zu den Wirkungsgraden bzw. Reibungverlusten bei Nabenschaltungen: Die Angaben in Fachzeitschriften und im Netz schwanken sehr stark, deshalb habe ich mich nach einem kritischen Leserhinweis dazu entschlossen, die ehemaligen Werte von 90-96% Wirkungsgrad wieder herauszunehmen. Sie waren zu optimistisch. Objektive Messungen sind nicht ganz trivial, sondern hängen stark von der Belastung ab – wie z.B.: Einkaufsrad gefahren mit 50 Watt – oder Hobbysportler mit 200 Watt Dauerleistung. Einen realistischen Eindruck über die Wirkungsgrade der Nabenschaltung gibt es bei Fahrradzukunft.de und hier.

   

 

Fazit Shimano Nabenschaltungen im Vergleich


  • Shimano hat zwei Serien, die in jeweils zwei Modelle gegliedert sind.
  • Es gibt die Nexus 8 und Nexus 8 Premium. Premium hatte als Erkennungsmerkmal mal einen roten Ring und läuft leichter, da Nadellager statt Gleitlager verwendet werden. Beide Nexus-Naben haben keine Perma-Ölfüllung. Es gibt Chargen der Nexus 8 Standard mit Rücktritt, die reihenweise Defekte haben. Die Serienstreuung ist hoch.
  • Die Rücktrittversionen der Nexus haben laut Internet häufiger Defekte, als die Freilaufversionen für V-Brake ,Rollerbrake oder Scheibenbremse.
  • Alfine 8 und Alfine 11 sind oft besser verarbeitet. Die 8er Alfine ist wahrscheinlich nur eine schöner designte Nexus 8 Premium in besserer Fertigungsqualität. Die 11er Alfine kostet gleich 200-300,- EUR mehr, hat drei Gänge mehr nach oben und läuft im Ölbad. Die Achse ist dicker konstruiert.
  • Alle vier Shimano-Naben laufen im 5. Gang mit einer 1:1 Übersetzung, dieser spart Kraft, wenn er in der persönlichen Durchschnittsgeschwindigkeit liegt.
  • Der vierte Gang geht bei Shimano immer etwas schwerer als alle anderen Gänge.
  • Für die meisten Freizeit-Radler ist es sicherlich sinnvoll die Übersetzung einer Nabenschaltung leicht in Richtung Bergsteigefähigkeit zu ändern, indem man das hintere Ritzel tauscht (1-2 Zähne mehr), da die theoretische Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 24 km/h oder schneller kaum erreicht wird. Ich schätze sie liegt bei ca. 18-20 km/h.
  • Anleitung zur Wartung der Nexus-8-Nabe. Eine gute Übersicht deutschsprachiger Montageanleitungen zur Shimano Nexus- und Alfine Schaltung.
  • Meine Nexus Premium hat mehr als 18.000 km gehalten und lief danach nicht mehr so gut, bzw. benötigte für leichten Lauf immer öfter frisches Öl.

 

 

To the top