Test Litecco G-RAY

Wer braucht bei Dunkelheit ein Bremslicht am Fahrrad? Meiner Ansicht nach eigentlich alle Radfahrer/-Innen, die auf der Straße in der Stadt fahren. Oder mit anderen Radlern zusammen. Oder immer recht schnell unterwegs sind. Moderne Fahrradbremsen sind mittlerweile fast auf dem Level von Motorrädern. Eine Gefahrenbremsung auf dem Rad bei Dunkelheit ist von dahinter fahrenden Verkehrteilnehmern kaum zu erkennen. Leider erst seit Juni 2017 dürfen Fahrräder laut StVZO überhaupt mit einem Bremslicht ausgestattet werden. Der Hersteller Litecco reagierte darauf: Als Nachfolgemodell des Litecco Twinfire erscheint nun die Litecco G-RAY Rückleuchte, eine wiederaufladbares LiPo-Fahrradrücklicht mit integrierter Bremslichtfunktion, sowie selbstbewussten drei Jahren Herstellergarantie. Litecco ist bekannt für sehr leichte Fahrrad-LED-Leuchten, die ein helles Licht gemäß den deutschen Zulassungsbestimmungen erzeugen. Die Litecco LED-Scheinwerfer Highlux und Brillian wurden auf 2rad.nrw bereits getestet. Das neue Litecco Rücklicht mit Bremslichtfunktion gliedert sich nahtlos in die bisherige Fahrrad-Lampenserie ein.

   

G-Ray Fahrradrückleuchte im TestZentraler Bestandteil des aktiven Rücklichts ist eine einzige LED, deren Leuchtkraft sich durch einen Bewegungssensor wie beim Smartphone abrupt steigern kann. Die Leuchte verfügt über einen leichten Lithium-Polymer-Akku mit maximal 12 Stunden Leuchtdauer und bringt dadurch nur knapp 50 Gramm auf die Waage. Die Abmessungen entsprechen ohne Halterung ungefähr denen einer dicken Streichholzschachtel. Eine Halterung für die Sattelstange mit Gummiunterlagen für verschiedene Durchmesser wird mitgeliefert. Eine kleinere Halterung für die Montage an der linken Sattelstrebe ist ebenfalls dabei.

 

Aufladen des Lithium-Polymer-Akkus der Litecco G-Ray FahrradlampeAufgeladen wird das smarte Fahrradrücklicht über eine klassische Micro-USB-Buchse, die ebenfalls an vielen Smartphones zu finden ist. Ein kurzes Ladekabel ist im Paket enthalten. Dadurch kann das Rücklicht an fast allen PCs, Handy-Ladegeräten und Powerpacks mit USB-Anschluss aufgeladen werden. Eine kleine Statusleuchte signalisiert den jeweiligen Ladezustand: Beim Ladevorgang leuchtet sie gelb, voll geladen grün und bei leerem Akku blinkt sie mit ca. 40 Minuten Restkapazität rot. Der USB-Anschluss versteckt sich hinter einer Ladeklappe, die die Lampe wasserdicht verschließt und als Gummi-Formelement gleichzeitig als An- und Ausschalter dient. Schalter als auch Klappe machen einen hochwertigen Eindruck.

 

G-RAY Montage an der SattelstangeFür die Montage an der Sattelstange oder der Sattelstrebe reicht ein einfacher Kreuzschlitz-Schraubendreher als Werkzeug aus. Laut Bedienungsanleitung soll das G-RAY-Rücklicht möglichst gerade am Rad montiert werden. Erst beim Einschalten kalibriert sich der Lagesensor der Fahrradleuchte von selbst. Als Diebstahlschutz kann die Lampe mit einem simplen Kunststoff-Rastmechanismus entnommen werden. Die Halterung verbleibt verschraubt am Rad. Die Befestigungsschraube muss relativ fest angezogen werden, um ein Abnicken z.B. beim Überfahren von Bordsteinen zu verhindern. Eine Überkopf-Montage ist übrigens nicht möglich, da das Bremslicht dann nur “im Rückwärtsgang” funktioniert.

 

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Rundumsichtbarkeit und Leuchtkraft der Litecco G-Ray Rückleuchte

Fahrradrücklicht G-RAY mit guter Sichtbarkeit von der Seite

Optimale Sichtbarkeit des Litecco G-RAY-Rücklichts auch von der Seite

 

Bremslichtfunktion am Fahrrad

Die Bremslichtfunktion der G-RAY gegenüber dem Rücklicht ist deutlich wahrnehmbar

 

Verglichen mit meiner sehr zuverlässigen Sigma Cuberider LED-Rückleuchte mit 5 LEDs, erscheint die G-Ray bei Dunkelheit trotz einer einzigen LED kaum weniger leuchtstark. Die Cuberider-Rückleuchte ist uralt, aber extrem alltagstauglich. Sie gehört seit Jahren zu den ganz wenigen, batteriebetriebenen LED-Fahrradrücklichtern, die auch im Winter monatelang bei Kälte und Streusalz zuverlässig funktionieren. All das habe ich bisher bei der neuen G-RAY-Leuchte noch nicht getestet.

Aber die Sichtbarkeit der G-RAY von der Seite ist trotz einer einzigen LED überdurchschnittlich gut. Andere Verkehrsteilnehmer sehen die Rückleuchte bei Dunkelheit sogar noch halb von vorn deutlich als Rücklicht brennen. Die Bremslichtfunktion wurde bisher nur kurz angetestet: Zumindest im Kurztest reagierte das Bremslicht auch bei winterlichen Bedingungen um den Gefrierpunkt angemessen sensibel ohne hektisch zu wirken. Wie die eingeschaltete Lampe z.B. bei Fahrten über Kopfsteinpflaster reagiert, kann ich derzeit noch nicht sagen, laut Herstellerangaben kann die Lampe bei starken Erschütterungen zeitweise hell aufleuchten. Der Akku kann zwar nicht selbst – aber bei Mayersport im Service-Center ausgetauscht werden, im Garantiefall innerhalb von 3 Jahren sogar kostenlos.

Die Bremslichtfunktion war bei Fahrrädern im Straßenverkehr meiner Meinung nach jedenfalls längst überfällig. Es ist eines der allerdeutlichsten, visuellen Signale und wir sind darauf konditioniert spontan auf Bremslichter zu reagieren. Am Ende stellt sich für mich beim Thema Bremslicht am Rad nur eine einzige Frage: Warum nicht auch tagsüber?

 

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Fahrradbeleuchtung in Deutschland

Litecco G-Ray und Sigma Sport Cuberider Rücklichter im VergleichDas Thema Licht wurde am Rad in den letzten Jahrzehnten zwar durch die LED-Technik technisch weiterentwickelt, aber politisch sträflich vernachlässigt. Während in der Automobilindustrie Scheinwerfer bis zur Totalverblendung des Gegenverkehrs auf Höhe von SUV-Bullenfängern erlaubt sind, kämpfen sich Radler-/Innen mit hoffnungslos veralteten Teelichtern durch den Verkehr, weil sie vom Gesetzgeber innerhalb des Individualverkehrs schlicht und einfach vergessen wurden. Mit dem Rad fährt man einfach blind durch die Gegend, weil man ja sooooo… langsam ist.

 

Sichtbarkeit der Litecco G-RAY bei NachtDas ein Fahrrad im winterlichen Feierabendverkehr einer deutschen Großstadt auf nassem Asphalt keine Chance hat, als Verkehrsteilnehmer überhaupt im Lichtermeer  gesehen zu werden, dürfte wohl auf der Hand liegen. Die Bundesregierung hat mit der radelnden Minderheit nun seit Juni 2017 ein Einsehen und bessert die Gesetze für erlaubte Radfahrer/-Innen-Beleuchtung nun nach Jahren nach. Also lasst es uns nutzen! 

Im Winter fahre ich persöhnlich mit zwei Akku-Rücklichtern hinten und und zwei Scheinwerfern vorn. Ein Bremslicht hat mir als schneller Großstadt-Straßenradler bisher gefehlt. Ich persönlich finde die Funktion sehr sinnvoll, weil dadurch Auffahrunfälle vermieden werden können. Fahrrad -Signaleinrichtungen müssen sich im Verkehr an die EU-Verkehrsstandards anpassen, um bei Dunkelheit überhaupt wahr genommen zu werden. Ein Bremslicht am Rad ist ein Schritt in die richtige Richtung. Blinker sind an Fahrrädern leider noch immer nicht erlaubt. Dabei könnten sie so viele Verkehrsunfälle verhindern. Ein schneller Radler kann gerade beim Abbiegen nicht die Hände vom Lenker nehmen, sondern benötigt Fahrtrichtungsanzeiger, Fernlicht, eine Hupe und selbstverständlich auch ein Bremslicht. Litecco ist auf den Zug der zeitgemäßen Fahrradbeleuchtung aufgesprungen und bietet mit dem G-RAY-Rücklicht ein intelligentes Sicherheitsmerkmal für Fahrräder an, das seit Jahrzehnten längst überfällig ist.

Ein Bremslicht am Rad könnte einen kleinen, aber wichtigen Teil dazu beitragen, auch wenn es erstmal nach Spielerei klingt. Wer bei Dunkelheit in der Großstadt im Berufsverkehr mit dem Rad unterwegs ist, weiß genau wie wenig vertrauenserweckend sich das anfühlt. Da ist jede Hilfe willkommen. Ein weiteres Thema für Sportler ist das übliche, möglichst nahe Auffahren, um den Windschatten zu nutzen…

Hinweis: Das neue Rücklicht wurde mir von der Firma Litecco zu Testzwecken zur Verfügung gestellt. 

 

   

 

 

 

Fazit Litecco G-Ray Fahrradrücklicht mit Bremslichtfunktion

Positiv


  • Hochwertige Anmutung, der Hersteller gewährt 3 Jahre Garantie
  • Mit Stvzo-Zulassung des KBA
  • Sehr leichte LED-Rückleuchte dank LiPo-Akku, dadurch sehr gut geeignet für Rennräder
  • Schalter mit gutem Feedback
  • Zeitgemäßes, helles Fahrrad-Rücklicht mit extrem guter Rundum-Lichtverteilung
  • Bremslichtfunktion am Rad im Stadtverkehr oder in der Gruppe sinnvoll
  • Kontrolleuchte für Ladezustand
  • Einfache Montage mit Schraubendreher
  • Universelles Aufladen an nahezu allen USB-Anschlüssen möglich
  • Deutsche Anleitung, Kabel und Halterung werden mitgeliefert
  • Der Akku ist zwar selbst nicht austauschbar, kann aber vom Hersteller ausgewechselt werden

 

Neutral


  • Langzeit-/ Alltagstest / Ladezeit / Laufzeiten stehen noch aus
  • Rastmechanismus der Halterung bei Belastung noch nicht getestet

 

Negativ


  • Noch kein (optional fixierbarer) Rückstrahler erhältlich
  • Überkopf-Montage z.B. an rechter Sattelstrebe nach eigenem Test nicht möglich, laut Herstellerangaben soll das aber ebenfalls möglich sein. Das Bremslicht reagierte bei mir darauf dann beim rückwärts schieben und bremsen.