Radfahren in Rumänien

Traumhafte Landschaften entdeckt man beim Radfahren in Rumänien

 

Rumänien mit dem Fahrrad – Teil 2.

Die folgenden Fahrradtouren sind ausgearbeitete Tourenvorschläge mit sehr wenig Verkehr auf Nebenstraßen in Siebenbürgen. Radfahren in Rumänien bedeutet oft automatisch schlechte Straßen. Die Straßen der unten beschriebenen Touren sind für rumänische Verhältnisse in gutem Zustand und können mit normalen Fahrrädern befahren werden. Man muss jedoch mit Tieren auf der Straße rechnen. Die Routen führen mit dem Fahrrad durch wunderschöne Natur mit tollen Panoramen. Es wird eine mittelmäßige Kondition für Radfahrer vorausgesetzt. 30-40 km sollte man schaffen. Ein paar Steigungen sind dabei, aber keine Karpatenüberquerung. Auch in Rumänien tragen die Radfahrer mittlerweile Fahrradhelme. Im Gegensatz zu Deutschland gilt hier eine strenge Null-Promille Grenze auch für Radfahrer.

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1. Radtour von Rășinari nach Cisnădioara / Michelsberg

An unserem ersten Tag fahren wir durch einen dichtgrünen, rumänischen Mischwald nach Cisnădioara / Michelsberg zur Wehrkirche, die eine der Ältesten in Siebenbürgen ist.  Michelsberg ist ein Ortsteil von Cisnădie / Heltau und grenzt an die Südkarpaten. Der Ort liegt etwa 12 km von Sibiu entfernt. Von Rășinari / Städterdorf aus geht es über uraltes Kopfsteinpflaster aus dem Dorf heraus vorbei an einer verlassenen, alten Straßenbahn bis zu einem der ganz wenigen Radwege Rumäniens, der nach Sibiu führt.

 Straßenbahn Rășinari

Die alte Straßenbahn in Rășinari auf unserer Radtour

Die uralten Schienen der Straßenbahn kreuzen die Straße nicht wie in Deutschland quer, sondern fast parallel. Für Radfahrer bedeutet das höchste Konzentration beim überqueren der Gleise, damit die Reifen nicht in die Schienen geraten. Die Straßenbahn sollte laut Reiseführer bis 2014 restauriert werden und als Touristenattraktion wieder zwischen Rășinari und Sibiu fahren. Wir biegen rechts ab auf die wenig befahrene Bergstraße 106 D, die uns bis ins Dorf führt. Ein paar S-Kurven weiter im dunklen Wald bei leichtem Nieselregen bekomme ich erstmals eine Vorstellung davon, was es bedeuten könnte hier als Radfahrer von einem der wilden Bären überrascht zu werden. Prompt springt Antje die Kette über den ersten Gang ab, da die Schaltung nicht richtig eingestellt ist. Mir wird etwas mulmig, denn neben der schmalen, dunklen Bergstraße gibt es auch keinen richtigen Halteplatz. Zwei Autos rauschen nah an uns vorbei. Die Reparatur dauert nur zwei Minuten, wir sind froh aus dem dicht bewachsenen Waldstück heraus endlich über den Berg ins Licht zu radeln. Während der gesamten Tour begegnet uns nicht ein einziger Radler. Und natürlich auch kein Bär. Radfahrer in Rumänien sind eine Minderheit.


Radtour nach Michelsberg in Google Maps öffnen

In einer Garten-Kneipe mit offensichtlich schlecht gelauntem Personal läuft tatsächlich lautstark „Modern Talking“. Die Kirche selbst steht strategisch klug auf einem kreisrunden, steilen Bergkegel und ist um ca. 1200 im romanischen Stil erbaut. Wir stellen die Fahrräder direkt am Tickethäuschen ab und kaufen zwei Eintrittskarten. Ein steiler Fußweg führt hinauf. Früher war es Brauch, dass jeder frisch verheiratete Eheman aus dem Dorf einen großen Stein auf den Michelsberg zur Verteidigung schleppen musste.

Wehrkirche Cisnădioara - Michelsberg

Die Wehrkirche auf dem Michelsberg

Im Inneren der Wehrkirche gibt es einen Chor, der mit Gedenktafeln von gefallenen Soldaten aus dem ersten Weltkrieg ausgekleidet ist. Viele deutsche Namen auf den Steinen lassen auf die Kultur der Siebenbürger Sachsen schließen. Das historische Rätselraten beginnt für uns sofort, denn die Geschichte Rumäniens ist komplex. Es gibt drei Sprachen im Land. Neben den Rumänen leben noch Ungarn, Roma, deutschsprachige Menschen, Ukrainer und kleinere Randgruppen nebeneinander. Das Bauwerk war früher ein Kloster, diente aber ebenfalls als Schutz der Bevölkerung vor Angriffen der Türken im 15. Jahrhundert.

 

Wehrkirche Cisnădioara - Michelsberg

Daer Chor mit den Gedenktafeln in der Wehrkirche auf dem Michelsberg

Sie wurde dabei mehrmals zerstört. Wir hatten viel Zeit uns die Kirche von Innen anzusehen, es fing nämlich auf der Hinfahrt an zu regnen. Mit dem Wind auf dem 500 Meter hohen Berg wird es in kurzer Radfahrhose schnell ungemütlich kühl. Als Regenschutz ziehe ich temporär eine alte Obsttüte über meinen Fahrradhelm. Anders als in Westfalen regnet es hier in Siebenbürgen aber nicht 3 Tage durch, sondern es wird nach einem Schauer auch schnell wieder schön.

Vor der Rückfahrt halten wir an einem winzigen Kiosk und kaufen uns für 1,- Leu einen Kaffee im winzigen Plastikbecher aus einer einfachen Haushalts-Kaffeemaschine, die neben der Kasse zur Selbstbedienung aufgebaut ist. Die gummierte Wahltaste der Maschine ist abgnudelt, was die Bedienung selbsterklärend macht. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen: Für Kaffeetrinker ist dies der übliche Standard. Eine florierende Gastronomie mit Bedienung bzw. Porzellantassen gibt es in Rumäniens Dörfern nur ganz selten. Je nach Maschine, Bohnensorte, Wasserqualität variiert der Geschmack meines Lieblings-Heißgetränks von kaum genießbar bis ganz passabel. Dafür scheint jetzt die Sonne – ich kaufe noch zwei Kaffee und rechne nach: Die 4 Kaffee haben weniger als einen Euro gekostet. Der Verkäufer steht vor einem Turm von multiplen Zigarettensorten, die allerdings nicht annähernd so günstig sind. Viele Rumänen rauchen derzeit aber trotzdem noch, was das Zeug hält. Rauchverbote werden noch sehr locker gehandhabt. Während wir unseren Kaffee schlürfen, setzen sich immer wieder rauchende Menschen neben uns unter den Sonnenschirm und genießen in vollen Zügen ihre Sonntagszigaretten – eine nach der anderen. Mittags vertreibt plötzlich intensive Sonne den Wolkenhimmel. Richtig, wir sind in Südeuropa, beim Radfahren in Rumänien kann es auch in der Spätsommersonne noch sehr warm werden.

Am Abend kühlt es sich aber ungewöhnlich schnell wieder stark ab. Das ist typisch rumänisches Herbstwetter, wie wir später erfahren: Frischer Vormittag, heiße Nachmittage, kühle Abende, kalte Nächte. Als Radfahrer braucht man in Rumänien also flexible Kleidung: Einen Regenschutz – auch im Sommer, etwas leichtes für die heiße Mittagszeit, bei der auch im September noch häufig über 30 Grad erreicht werden, und wer am Spätnachmittag noch radeln möchte braucht eine Jacke bzw. lange Hosen oder Beinlinge. Auch hier trägt man mittlerweile selbstverständlich einen Helm auf dem Rad, am besten also gleich den eigenen mitbringen. Abends oder Nachts sollte man in Rumänien überhaupt nicht mit dem Fahrrad fahren, es ist zu gefährlich, außerdem sind die vielen, freilaufenden Hunde dann besonders aggressiv.

Pension in Rasinari

Ausblick aus unserer Pension in Rasinari

Abends in Rășinari gibt es in unserer Pension Badiu ein landestypisches 3-Gänge Menu: Nach einer frischen Gemüsesuppe gibt es derbes Schweinefleisch mit Kohl und danach selbst gebackenen, köstlichen Kuchen. Das Ganze wird serviert mit einem kräftigen, ebenfalls selbst gemachten Rotwein, der es in sich hat. Der deutlich übergewichtige Haushund liegt dabei unter dem Tisch und wartet auf ein Leckerli. Großzügig bietet uns unser deutschsprachiger Gastwirt Johan seine Mineralwasservorräte aus dem Keller zur Selbstbedienung an, da der winzig kleine Dorfladen am Wochenende schon geschlossen hat. Entgegen der Aussage des Reiseführers kann man Wasser aus dem Hahn in Rumänien nicht trinken, da es zumindest in diesem Jahr mit chemischen Zusätzen versetzt wurde. Die Region um Rășinari bezieht das Wasser eigentlich aus kristallklaren Berquellen, die aber wegen des sehr heißen Sommers derzeit nicht ausreichen. Für Radfahrer bedeutet das also ungünstigerweise, sich permanent dringend benötigtes Trinkwasser irgendwo „in der Walachei“ kaufen zu müssen, was aus Gewichtsgründen aus meiner Erfahrung ziemlich nervig werden kann. Wobei: Unsere Fahrräder wiegen ja auch schon so 5-6 kg mehr als sonst. Da kann man ruhig noch 3 Liter Wasser auf den stabilen Stahl-Gepäckträger packen…

Viel zu früh fallen wir abends todmüde in unser Landbett. Unsere erste, nur 22 km kurze Radtour in Rumänien war viel anstrengender als vermutet. Die Reise, der Wetterumschwung, 1000 neue Eindrücke, schwere Fahrräder und der selbstgemachte Rotwein fordern ihren Tribut. Schon morgen ist die nächste Radtour geplant.

 

2. Radtour von Rășinari nach Sibiel

Radtour nach Sibiel

Radtour nach Sibiel am Fuß der Karpaten

Bei strahlend blauem Himmel mit schneeweißen Wolkentupfern durchfahren wir mit unseren Rädern sanfte Hügellandschaften. Die Landschaft sieht genau aus wie das weltweit bekannteste aller Stockphoto-Motive: Das Desktopbild von Windows XP mit der grünen Wiese! Die Straße ist zum Radeln ideal, auf der 106D und 106E fahren fast keine Autos. Das erste Auto was ich sehe, steht mitten auf der Straße mit geöffneter Motorhaube und hat eine Panne. Auf der Rückbank des verrosteten Fords aus den frühen 90er Jahren sitzen drei Mitfahrer, die nicht aussteigen wollen. Neben der Straße auf den Feldern arbeiten Bauern wie vor 100 Jahren: Wir sehen Fuhrwerke und Pflüge mit Pferden. Frauen mit Kopftüchern und Schürzen ernten Gemüse mit der Hand. Dabei wird die Ernte in ehemalige, ovale Farbeimer gepackt, die zu Hunderten auf den Feldern stehen. Wenn man mal einen Traktor sieht, stammt er oft noch aus den 60er oder 70er Jahren. Diese Landwirtschafts-Oldtimer hatte ich als Kind zum spielen.

Ikonen-Museum in Sibiel

Ikonen-Museum in Sibiel

Im kleinen Dorf Orlat sieht man uns als radfahrendes Pärchen mit Helmen und Warnwesten hinterher, als sei das Fahrrad noch nicht erfunden. Ein kleiner Junge in Turnhose mit Gummilatschen überholt mich stolz auf seinem Mountainbike und fährt auf der linken Fahrbahnhälfte ein Stück mit uns mit. Ein entgegen kommendes Auto bereitet dem Spiel ein Ende. Ich habe mir kurz schon wieder Sorgen gemacht…

Hinter der Kirche in dem kleinen Schäferort Sibiel liegt das größte Hinterglas-Ikonografie-Museum Transsilvaniens. Ausgestellt sind dort 600 Meisterwerke von Hinterglasikonen. Sie wurden seit den sechziger Jahren von dem Priester Zosim Oancea zusammengetragen. Das gleichnamige  Museum in Sibiel zeigt diese religiöse, rumänischer Volkskunst aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die oft von Mönchen und gläubigen Bauern erstellt wurden. Sinn der Ikonenmalerei war nicht die Verehrung des Bildes (als Kunstwerk) an sich, sondern ist die Verehrung der abgebildeten Heiligen (als Abstraktion).


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Nach dem Museumsbesuch fahren wir noch ein Stück weiter und entdecken eine malerisch gelegene Pension direkt am Ufer des plätschernden Sibiel-Baches / Budenbaches. Die extrem schmale, frisch asphaltierte Straße zwängt sich durch bunt bemalte, winzig kleine Häuserreihen. Es sieht hier aus wie in einem Bergdorf in Italien oder Griechenland. An der Pension erwarten uns zwei große, friedfertige Hunde. Weitere Gäste sehe ich nicht, als wir das Restaurant betreten, verschwindet die Bedienung erst einmal dezent schweigend in die Küche, obwohl sie uns bermerkt hat. Dieses für Westeuropäer merkwürdige Verhalten kenne ich schon aus Litauen – es ist schließlich Montag.

Radtour nach Sibiel

Mittagspause: Rumänische Forelle in Sibiel, im Hintergrund rauscht der Bach

Wir genehmigen uns als vollwertiges Mittagessen ausnahmsweise jeweils eine gebratene Forelle mit Polenta und Knoblauchquark. Die Bedienung nimmt unsere Bestellung etwas missmutig auf – ein Wochenanfangs-Phänomen, das gerade Montags in Osteuropa noch ziemlich verbreitet ist. Trotzdem schmeckt der Fisch köstlich, zumal man den laut rauschenden Bach ein paar Meter entfernt beim Verzehr des Schuppentiers deutlich hören kann. Authentischer habe ich selten gegessen. Die Sonne lacht. Der Himmel ist astralblau. Die Hunde betteln zurückhaltend. Alles ist perfekt.

 

Fuhrwerk auf unserer Radtour nach Sibiel

Fuhrwerke gehören zum alltäglichen Straßenbild

Auf dem Rückweg der Radtour bemerken wir allerdings, dass der Rest des Tages weiterhin latent nach Knoblauch schmecken wird. Nach der 40 km langen Radtour stört uns das nicht mehr. Der winzig kleine Laden im Dorf hat wieder auf, wir kaufen Wasser. Abends in der Pension gibt es als ersten Gang eine köstliche Suppe mit Polentastücken von Johans Frau Maria mit viel Liebe zubereitet. Die Suppen-Kreation schmeckt ähnlich wie Eierstich früher bei Oma, allerdings viel dezenter. Die Speisen sind in Rumänien alle kaum gewürzt und nur ganz wenig gesalzen. Das lässt viel Spielraum für neue Entdeckungen, da das Gemüse hier nicht aus dem „völlig geschmacksneutralen Holland“ kommt, sondern aus dem eigenen Garten. Polenta ist ein aus Maisgrieß hergestellter, fester Brei mit einer ähnlichen Konsistenz wie Grieß. Polenta bzw. Mais gehört zu den traditionellen Speisen in Rumänien wie bei uns die Kartoffel. Siebenbürgen ist voll von nicht enden wollenden Maisfeldern, an denen man mit einem Fahrrad stundenlang vorbei radeln kann. Auf der Rückfahrt schiebt Antje das schwere Rad die letzten 300 Meter die steilen Serpentinen hinauf, die wir auf der Hinfahrt so schön heruntergerollt sind. Mit einem etwas besseren Fahrrad wäre es aber kein Problem gewesen, die knapp 40 km lange Radtour von Rășinari nach Sibiel permanent zu radeln. Zurück im Dorf gönnen wir uns noch ein Eis aus dem winzig kleinen Kiosk. Ein Trupp sehr junger, professionell gekleidete Mountainbiker steht bereits vor dem Laden und mustert geringschätzend unsere alten Fahrräder. Mir macht es nichts aus, die Räder fahren besser, als sie aussehen.

 

3. Radtour von Rășinari nach Sibiu / Hermannstadt mit Stadtführung

Von Rășinari bis Sibiu gibt es zunächst einen zweispurigen Radweg – absoluter Luxus beim Radfahren in Rumänien. In Sibiu / Hermannstadt selbst Rad zu fahren ist trotz der modernen Radwege ein ziemliches Abenteuer. Der Verkehr ist dicht, es gibt viele, große Kreisel und eine Menge Einbahnstraßen. Ich habe in der ganzen Zeit hier in Sibiu nur zwei junge Radfahrer gesehen, die tatsächlich die rot aufgemalten Radwege der Hauptstraßen mit MTBs energisch befuhren. Die fehlende Präsenz von Radfahrern, dreist vollgeparkte Radwege sowie die Tatsache, dass nahezu alle Autofahrer während der Fahrt meist rauchend an einem Smartphone herumfummeln ließ uns äußerst vorsichtig radeln. Auch die Angst, in einer plötzlich geöffneten Autotür zu landen war immer da. Wir entschieden uns daher auf den Hauptstraßen für einen Mix aus langsam fahren auf dem Gehweg, schieben und rollen. Mit zwei Fahrrädern vom Speckgürtel in das Zentrum der 150.000 Einwohner Metropole zu gelangen, geht dann auch relativ fix. Außerhalb der Innenstadt erkennt man noch deutlich die ehemals sozialistische Herrschaft: Heruntergekommene Plattenbauten, grauer Beton mit Überlandleitungen, auffällig hässliche Ecken, DDR-Charme der achtziger Jahre. Sobald man sich der Innenstadt nähert, verwandelt sich der düstere Vorstadt-Moloch in eine höchst geschmackvolle Kunstmetropole.

Sibiu - Hermanstadt Stadtführung

Stadtführung in Sibiu

Unser Stadtführer Alex zeigte uns dann bei der Stadtführung in Sibiu nicht nur die interessanten Bauwerke, sondern erklärte uns auch das multikulturelle Zusammenleben in dieser Vorzeigemetropole. Man braucht einen fundierten, geschichtlichen Background, um die Stadtgeschichte ab dem 12. Jahrhundert halbwegs verstehen zu können. Sibiu wurde 2007 zur Europäischen Kulturhauptstadt gekürt. Dazu wurde der historische Stadtkern gründlich saniert. Sie gilt nicht umsonst oft als die schönste Stadt Rumäniens. Mit ihren aufpolierten Fassaden, uralten Gebäuden aus verschiedensten Kulturen ist Sibius Charme bei Tag und besonders bei Nacht ein heißer Tipp.

 

Radtour nach SibiuAuf unserer Rundreise durch Siebenbürgen waren wir insgesamt dreimal in Sibiu. Wer direkt vom Flughafen kommt, kann hier im Stadtzentrum tagsüber stressfrei in einer der zahlreichen Wechselstuben Geld wechseln. Direkt am Flughafen gibt es laut Reiseführer einen sehr schlechten Kurs. Ein Tag zum Erkunden Sibius reicht nicht aus, man sollte sich besser mindestens zwei Tage Zeit nehmen. Als touristische Highlights gelten: Rathaus, Brukenthal Kunstmuseum, Evangelische Kirche, orthodoxe Kathedrale (unbedingt reinschauen!) sowie das Freilichtmuseum Astra etwas außerhalb im Grünen.

 


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Sibiu bei Nacht

Sibiu bei Nacht

Besonders schön wird es in Sibiu abends im Sommer, wenn sich die reizvoll beleuchteten Altstadtplätze mit Leben füllen, die Stimmung aber sehr gelassen bleibt. Überall kann man entspannt sitzen. Chillout in der Großstadt, hier ist es noch möglich! Auch wer schon Berlin, Barcelona, Gent, Rom, Bilbao, Lissabon, Paris, Wien und Zürich gesehen hat, wird in Sibiu noch viel Neues entdecken.

Der ungebremste Aufschwung von Sibiu kommt wirtschaftlich durch sehr hohe Investitionen deutscher und österreichischer Firmen wie z.B. Continental, Siemens AG, Thyssen Krupp, Lidl, Penny, Kaufland, Obi usw.

Orthodoxe Kirche Sibiu

Orthodoxe Kirche in Sibiu

Zusammen mit dem wachsenden Tourismus und europäischer Förderprogramme brummt die Wirtschaft hier mittlerweile so gut, dass sogar Fachkräftemangel herrscht. Zum Radfahren eignet sich die Innenstadt mit den verschachtelten Gassen, engen Durchführungen und dem Gewusel nicht so richtig gut, es ist aber möglich. Einen Parkplatz mit dem Auto zu finden ist dagegen ein Kunststück. Die Oberstadt ist als Fußgängerzone fast autofrei, trotzdem muss man auch hier auf einzelne Fahrzeuge gut aufpassen. Wenn Sibiu ein Problem hat, sind es noch immer die vielen Autos in der Stadt.

Erstaunlicherweise gibt es trotz mangelndem Parkraums in dieser warmen, südeuropäischen Metropole kaum Motorroller, Mopeds oder Motorräder. Man sieht auch nur ganz wenig, öffentlich abgestellte Fahrräder. Laut unseres Fahrers sind die Zweiradführerscheine in Rumänien recht teuer geworden. Auch unser Reiseführer kennt keine bekannte rumänische Zweiradmarke bzw. eine etablierte Zweiradkultur. Dafür kommen immer mehr Touristen mit hochkarätigen Geländesportmotorrädern.  Internationale Offroad-Ralleys mit den weltbesten Cross-Athleten spülen viel Geld ins Land. Der neuzeitige, unübersehrbare Autoboom kommt jedenfalls von den jüngeren Generationen, wo am liebsten jeder zwei oder drei Autos fahren würde. Es ist gut möglich, dass Sibiu / Hermannstadt das Fahrrad in ein paar Jahren nochmal als echte Alternative entdecken wird. Spätestens dann kommen wir wieder!

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4. Radtour von Biertan / Birthälm nach Richiș / Reichesdorf und Alma Vii /Almen

In Biertan waren wir drei Nächte untergebracht. Am ersten Tag besichtigten wir bei strahlendem Sonnenschein die große Kirchenburg, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.  Die Kirchenburg ist für Fans alter Gemäuer sehr interessant: Hunderte von Asiaten aus Fernost kommen monatlich zur Besichtigung mit Reisebussen. Man erkennt sie schon von weitem am Blitzlichtgewitter. Jeder von ihnen hat immer zwei eingeschaltete Kameras zur Hand.

Kirchburg Biertan

Weltkulturerbe: Kirchburg in Biertan

Für einen Besuch sollte man sich selbst im absoluten Schnelldurchgang mindestens 2-3 Stunden Zeit nehmen. Neben einem fantastischen Ausblick über die dörfliche Umgebung bietet die Kirchburg sehenswerte Kunstschätze. Es gibt z.B. einen Raum, in den scheidungswillige Ehepaare eingesperrt wurden bis sie sich wieder vertragen haben. Der Raum bot nur einen Stuhl, ein Bett, einen Tisch, eine Tasse und einen Teller, die von den Eheleuten geteilt werden musste. Eine höchst erfolgreiche Paartherapie…  Besonders bekannt geworden ist das Schloss der Sakristeitür von 1515 mit insgesamt 19 Riegeln.

Schloss der Sakristeitür

Das berühmte Schloss der Sakristei

Am nächsten Tag fuhren wir bei leichtem Nieselwetter mit dem Rad nach Richiș, wo es die Reichesdorfer Kirche von 1451 gibt. Eine junge, deutsch sprechende Frau erläutert uns charmant interessante Details der Kirche im Schnelldurchgang. Nachdem sie fertig ist, nennt sie uns abschließend den Preis für den Rundgang. Geschickt gemacht – und preiswert. Auch in dieser Kirche gibt es links neben dem Altar wieder eine Sakristeitür mit einem auffällig ausgeklügeltem Schließmechanismus. Als wir auf den Rädern langsam aus dem Dorf fahren, jagen uns plötzlich zwei Hunde hinterher. Antje zieht schon die Beine hoch an den Lenker.

Biertan

Alte Häuser in Biertan

Ein Dorfbewohner pfeift sie zurück. Ich merke plötzlich meinen Herzschlag. Das ist nochmal gut gegangen. 5 km weiter im grünen Nirwana zwischen Feldern und einem grünen Waldstück kommt dann die erste, richtige Hundeattacke. Es geht steil bergauf, wir fahren im ersten oder zweiten Gang.  Plötzlich kommen drei herrenlosse Hunde mit aggressivem Gebell eine steile Böschung hoch gelaufen – direkt auf uns zu. Die wollen garantiert nicht spielen, ich habe keine 10 Sekunden Zeit über irgendwas mehr nachzudenken und will aus Panik am liebsten einfach wieder den Berg runter rollen.

 

Kirche in Richiș Rumänien

Die Reichesdorfer Kirche in Richiș

Da springen sie schon um uns herum mit gefletschen Zähnen und lautem Gebell. Antje zieht geistesgegenwärtig den griffbereiten Dog-Chaser (ein Ultraschallgerät) und – es funktioniert, sie werden leiser und ziehen langsam wieder ab. Ein Wunder, wir können es nicht fassen! Das Ding funktioniert wirklich. Erst abends beim Bier kommen wir mental wieder zur Ruhe. Seit dieser Situation war kein Meter auf den Fahrrädern in Rumänien mehr so unbeschwert wie vorher. Leider muss ich das wirklich schreiben. Es fühlt sich an, als sei man überfallen worden und mit dem Leben nochmal davon gekommen.

Wir fahren still schweigend weiter nach AlmaVii. Beide wissen, dass wir an den Hunden nochmal vorbei müssen, es gibt nur den einen Rückweg. Die  Kirchenburg von Alma Vii wurde leider gerade restauriert, die Arbeiten auf der Baustelle waren in vollem Gang, ein Besuch daher unmöglich. Wir fahren zum einzigen Kiosk des winzigen Dorfes. Dort sitzen mehrere alte Männer und trinken Bier. An einem riesigen, veralteten Kaffeeautomat aus den 80er Jahren kann man sich einen Kaffee ziehen. Dazu muss ein Geldschein von 1 Leu  eingeführt werden. Der zweite Schein verklemmt sich. Man hilft uns netterweise. Die junge Verkäuferin hohlt den kleinen Schein mit Ihren mindestens 4 cm langen, blau lackierten und mit Glimmer verzierten Fingernägeln geschickt aus der Einzugsautomatik und fädelt ihn neu ein. Der zweite Kaffee kommt aus dem Gerät. Wir setzen uns auf die Stufen und versuchen noch immer die Hundeattacke aus unseren Köpfen zu bekommen. Ein alter Mann fast ganz ohne Zähne mit kräftiger Bierfahne spricht uns auf rumänisch an. Zunächst verstehen wir gar nichts. Dann versucht er uns mit Händen und Füßen wahrscheinlich ein Bett und etwas zu Essen anzubieten, wenn wir ihm unsere Schuhe oder unsere Jacken geben. Aus dem Deal wird nichts. In meiner Phantasie stelle ich mir kurz vor, wie wir fast nackt nur mit Unterhose und Helm auf den Fahrrädern wieder an den drei aggressiven Kötern vorbeifahren. Mir wird übel, wenn ich an die Rückfahrt denke. Nochmal 22 km mit Angst im Nacken. Deshalb stehen wir ruppig auf und fahren wirklich sofort zurück.

Auf dem Rückweg treffen wir einen Schäfer mit knurrigem Hund, der irgendwas von mir will. Geld ist es nicht. Der Schäfer kann kein Wort Englisch, Französisch oder Deutsch. Ich verstehe ihn nicht, verabschiede mich mit einem freundlichen „Good bye“ und er er wiederholt die englische Phrase und lächelt. Nach der ersten Kurve ohne Sichtkontakt kommt plötzlich sein Hund hinter uns her gerannt, bellt und knurrt uns an. Wir halten an, steigen von den Rädern, diesmal bereit zur Verteidigung. Antje zückt den Dog-Chaser, der schlecht gelaunte Hund verzieht sich wieder ganz langsam. Das Radfahren in Rumänien wird heute zum Psychourlaub. Wir radeln weiter. Zwanzig Minuten später kommt wieder die Stelle, wo uns unsere drei Lieblinge schon erwarten. Bergab zischen wir mit 30 km/h an der geifernden Hundemeute vorbei und hören wieder das Bellen hinter uns. Wir sind zu weit weg und zu schnell für sie, die Sache geht diesmal mit Geschwindigkeit gut. Wäre ich allein gewesen, wäre ich wahrscheinlich adrenalingetrieben eher mit 55 km/h an den Hunden vorbei gerast. Ich bin ein Stadtkind. Das hier überfordert mich maßlos.


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5. Radtour von Biertan / Birthälm nach Dumbrăveni / Elisabethstadt

Dumbrăveni gehört in Siebenbürgen historisch zu den armenischen Städten. Die Stadt wurde im 13. Jahrhundert gegründet. Auf unserer zunächst grünen Fahrradtour heraus aus Biertan durch die umliegenden Felder und schönen Hügellandschaften begegnen wir einer Schweinefamilie, die mit ihren kleinen Säuen in einer Kurve der Dorfstraße seelenruhig vor unseren Fahrrädern die Straße quert. Auf unserem Rückweg kommt es hier zu einer brisanten Situation mit einem Auto, das gerade noch rechtzeitig bremsen kann. Auf Siebenbürgens Landstraßen muss man immer mit allem rechnen. Auch junge Rinder stehen plötzlich mitten auf der Straße im Verkehr.

Ein Rollerfahrer schiebt sein Gefährt offensichtlich ohne Benzin den Berg hoch und sieht uns stehend hinterher, wie wir die Situation mit dem großen Schäferhund meistern, der schon an der nächsten Böschung auf uns wartet. Wir steigen ab und schieben die Räder an dem glotzenden Vierbeiner vorbei, dieser verschwindet daraufhin desinteressiert in einem Feldweg. Ich drehe mich nochmal um, der Rollerfahrer schiebt weiter, wir fahren auf unseren Rädern weiter in Richtung Dumbrăveni: Stille Kommunikation auf Rumäniens Straßen.

Radtour nach Dumbrăveni

Radtour nach Dumbrăveni

Es geht ein kurzes Stück an der stärker befahrenen Hauptstraße vorbei am Bahnhof. Die Zuglinie führt unter anderem nach Brașov. Der buckelige Bahnübergang zur Stadt wird statt von einer Schranke von einer unmotivierten Person mit Handzeichen gesichert. In  Dumbrăveni wurden im 17. Jahrhundert vertriebene Armenier aus der Moldau angesiedelt und bekamen als Kaufleute einige Privilegien. Noch heute prägen die armenisch-katholische Barockkirche, das halb verfallene Schloss und weitere Gebäude aus der damaligen Zeit das zentrale Stadtbild. Die Stadt sieht für uns aber ziemlich heruntergekommen aus.

Kirche Dumbrăveni

Die Kirche in Dumbrăveni

Wir schließen die Räder an der Kirche ab und werden beim Betreten der Kirche sofort von einer alten, zahnlosen Frau um Geld angebettelt. Noch heute denke ich hin und wieder an diese Situation, denn ich hätte ihr eigentlich gerne etwas Geld gegeben, wollte aber mein Portemonnaie mit den großen Scheinen nicht aus dem Rucksack fummeln. Sie tat mir wirklich leid und bettelte penetrant weiter. Allein unsere Fahrradklamotten und ihre alte, abgetragene Kleidung sprachen Bände. Ich lerne daraus, für solche Fälle auch als Radfahrer immer ein paar kleine Scheine in der Tasche zu haben.

Schloss in Dumbrăveni

Das Schloss in Dumbrăveni

Der Platz vor der Kirche wird an diesem Samstag Vormittag von alten Autos und Pferdefuhrwerken befahren. Insgesamt wirkt es wuselig, obwohl gar nicht soviel los ist. Der Himmel ist grau und die Stadt wirkt schmutzig. Neben der Kirche steht das Schloss. Grafisch sehr modern gestaltete Kulturplakate täuschen über den total verfallenen Zustand nicht hinweg. Wir fahren mit den Rädern an der Dorfkneipe vorbei, dessen Eingang traubenartig von düsteren Männern belagert wird. Über die Straße hinweg riecht es intensiv nach Zigaretten und starkem Alkohol. Hier können wir zusammen wohl nicht rein. In der nächsten Seitenstraße steht ein Hochzeitspärchen in Anzug und Brautkleid. Auch die Verwandtschaft hat sich fein rausgeputzt. Ein Fotograf hält eine auffällig große Spiegelreflexkamera in der Hand. Unsere Räder kommen erst nach ein paar Seitenstraßen vor dem Café Baum zum stehen, dass als einziges Café in Dumbrăveni in Google Maps eingezeichnet ist. Wir stellen fest, dass es sich um eine Diskothek mit größerem Biergarten und Spielhölle handelt. Sie öffnet gerade erst. Es läuft Westmusik, auf einer großen Beamerleinwand wird ein Handballspiel aus Bukarest übertragen. In Leuchtsäulen blubbern Luftblasen in bunt beleuchtetem Wasser. Unter der Decke befindet sich eine Lichtanlage für die Tanzfläche. Außer uns gibt es nur noch einen ungesund aussehenden Geschäftsmann im Anzug, drei Kellner und ein größerer Haufen Spieler vor Geldautomaten in einem Vorraum, der völlig verraucht ist. Die Spieler haben nur Augen für die blinkenden Automaten.

Wir trinken nach einer Woche mal wieder einen ziemlich guten Kaffee und genießen tatsächlich die moderne Westmusik. Was für ein dekadentes Kontrastprogramm vor unseren Augen gerade abläuft. Die moderne, digitale Zeit in einer alten, halb verfallenen Stadt mit düsteren Gestalten, dazu die Kulisse der Spielautomaten. Wir freuen uns zwar kurz über die chillige Atmosphäre, fragen uns aber selbst wo wir eigentlich gelandet sind. Auf der Rückfahrt wird der Himmel etwas freundlicher, die am Fahrrad vorbeiziehenden Felder leuchten gelb und saftig grün in der Sonne. Uns kommen ein paar einheimische Radfahrer entgegen. Die alten Räder haben hier in Rumänien oft überhaupt keine Schaltung. Wieder in Biertan angekommen spreche ich einen englischen Motorradfahrer mit einer schnellen Ducati an. Dieser beschwerte sich, dass er ständig von links und rechts überholt würde und dass es in Bulgarien nur öde Landwirtschaft zu sehen gäbe. Motorradverrückt wie ich normalerweise bin, stelle ich diesmal ernüchternd fest, dass ich keine große Lust dazu hätte, hier in Siebenbürgen mit einer 150 PS Ducati herumzufahren.


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Schloss Bran - Rumänien

Schloss Bran, die Dracula-Burg und Touristenmagnet Nr.1

Unsere erste Woche geht zu Ende, die zweite Woche unserer Rundreise in Siebenbürgen werden wir unsere Fahrräder öfter stehen lassen und mehr wandern bzw. von unserem Fahrer gefahren. Die Reise führt uns morgen weiter nach Schässburg, wir sehen uns noch die Bauernburg in  Râșnov aus dem 14. Jahrhundert an, sowie die Dracula-Burg in Bran (dessen Besichtigung man sich aus meiner Sicht aufgrund der vielen Touristen schenken kann).  Sighișoara / Schäßburg sieht aus wie eine Märchenstadt, ist auch von Touristen überlaufen, aber unbedingt sehenswert. Abends verschwinden die Massen und es kommt südländisches Flair auf.

 

Bâlea Pass

Die berühmte transfogarasche Hochstraße (Bâlea Pass)

Nach einer Übernachtung auf der Halbinsel im  Bâlea-Gletscher-See auf über 2000 Meter Höhe im Făgăraș-Gebirge an der Transfogaraschen Hochstraße geht es dann für einen letzten halben Tag zurück nach Sibiu, das wir dann nochmal bei Nacht sehen werden, bevor es am Donnerstag nach 12 Tagen Siebenbürgen-Rundreise mit dem Flieger wieder zurück geht. Fürs permanente Radfahren in Rumänien von Ziel zu Ziel braucht man natürlich viel mehr Zeit. Ursprünglich wollten wir auch noch das Donaudelta besuchen, aber die Reiseagentur hat uns davon abgeraten, weil es in den zwei Wochen zuviel wird. Für das Donaudelta braucht man Zeit und logischerweise ein Boot statt Fahrräder.

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Baleasee Rumänien

Die Bâlea Hütte auf der Halbinsel des Gletschersees in der Morgensonne

Tipps für Radfahrer in Rumänien


  • Es gibt in Rumänien nur in großen Städten Fahrradläden mit wenig Ersatzteilen, deshalb muss das Fahrrad einfach und stabil sein
  • Ein älteres Mountainbike mit robusten Komponenten finde ich persönlich optimal – keine Scheibenbremsen, simple Schaltung, usw.
  • Werkzeug, Pannenset, Schloss, Fahrradhelm & Bekleidung selbst mitbringen
  • Auch im Spätsommer muss mit kalten Morgenstunden und Abenden unter 10 Grad sowie Regengüssen gerechnet werden
  • Rumänische Hauptstraßen sind stark befahren, teilweise fehlen noch Autobahnabschnitte. Die Hauptstraßen eignen sich nicht gut zum Radfahren. Deshalb vorher zuhause mit guten Karten eine genaue Streckenplanung für Radtouren auf Nebenstrecken durchführen
  • Bei Dunkelheit keinesfalls mit dem Rad fahren, es ist zu gefährlich
  • Ein Ultraschallgerät gegen Hundeattacken ist für Radfahrer dringend zu empfehlen – einige Radler nehmen auch Pfefferspray mit
  • Empfohlene Reiseimpfungen in Deutschland mindestens 6 Wochen vorher durchführen lassen: Tetanus, Hepatitis A, Tollwutimpfung, evtl. Zecken-Impfung. Ein teurer Spaß, einige Krankenkassen (wie z.B. die DAK) zahlen kaum etwas dazu und man ist allein für eine Tollwutimpfung schnell 300,- EUR los.
  • Geld nicht direkt am Flughafen, sondern in Städten in Wechselstuben tauschen
  • Einen kleinen, elektrischen Wasserkocher für Tee oder Kaffee haben wir persönlich sehr vermisst
  • Die W-Lan Netze sind im Gegensatz zu Deutschland fast immer offen und können von jedem benutzt werden
  • Radfahren ist genau wie in Deutschland nicht ganz ungefährlich. Wer mit dem Fahrrad in Rumänien vorsichtig ist, hat sicher länger was von der geplanten Tour. Auf den Dörfern gibt es kaum Ärzte, sondern nur in den großen Städten wie Bukarest, Sibiu oder Brașov.
  • Auch beim Radfahren gilt in Rumänien die absolute Null-Promille-Grenze